Das aktuelle Gesundheitsthema

Telematikinfrastruktur (TI)

 

Was ist die Telematikinfrastruktur (TI)?


Mit dem E- Health Gesetz soll eine sichere (verschlüsselte) Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen bis spätestens Ende 2018 eingeführt werden. Ziel ist es, die einzelnen Akteure im Gesundheistwesen (z.B. Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen) elektronisch miteinander zu vernetzen.

Dazu werden alle Akteure des Gesundheitssystems über die Datenautobahn Internet miteinander verknüpft und können dann bestimmte Informationen über den Patienten miteinander austauschen.

Die technischen Komponenten bestehend aus Hardware und Software, die für den Datenaustausch gebraucht werden, heißen Telematikinfrastruktur.

Sind meine persönlichen Daten sicher?


Die Übertragung der Daten zwischen den einzelnen Teilnehmern an der Telematik-infrastruktur (TI) erfolgt verschüsselt und über einen gesicherten Kanal (Virtual Private Network) durch das Internet. Nach dem gegenwärtigen Stand der Technik können diese Daten von Dritten nicht eingesehen oder manipuliert werden.

Der Zugriff auf die Daten ist auf berechtige Personen, z.B. den Arzt oder berechtigte Mitarbeiter der Krankenkassen beschränkt. Ärzte weisen sich gegenüber der Telematikinfrastruktur mit dem elektronischen Praxisausweis (SMC-B) aus.  Er funktioniert ähnlich wie der Chip im Personalausweis.

Welche Anwendungen umfasst die Telematikinfrastruktur (TI)?


Die erste Anwendung, die vom Gesetzgeber verpflichtend eingeführt wird, ist das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Bei jedem Arztbesuch müssen Sie in Zukunft zwingend Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) mitbringen und vorlegen.

In der Praxis werden die Daten auf Ihrer Karte online (ähnlich wie bei der Girobankkarte) an ihre Krankenkasse übertragen. Diese prüft  Ihre persönlichen Daten und ihren Versicherungsstatus und aktualisiert ggf. die Stammdaten auf der Karte.

Für die Zukunft sind noch weitere Anwendungen geplant. Dazu gehören beispielsweise  Notfalldaten, das elektronische Rezept, elektronische Arztbriefe und die elektronische Krankenakte. Für die Einführung dieser Funktionen gibt es noch keinen verbindlichen zeitlichen Fahrplan.

Welche elektronische Gesundheitskarte  (eGK) habe ich?


Für Telematikinfrastruktur (TI) ist eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) erforderlich, die sowohl das Lesen als auch das Schreiben von Daten zulässt.

Prüfen Sie, was unterhalb des Schriftzugs „Gesundheitskarte“ aufgedruckt ist. Steht dort „G2“ haben Sie eine technisch gültige Versichertenkarte.

Beim Aufdruck „G1“ kann es sich sowohl um einen alte Karte handeln, die seit dem 1. September 2017 nicht mehr gültig ist, als auch um eine Karte der Generation „G1+“, die noch gültig ist.

Leider kann man die beiden Karten (G1 und G1+) von aussen nicht unterscheiden. Falls Sie noch eine Karte mit dem Aufdruck „G1“ besitzen, sollten Sie daher rechtzeitig vor dem nächsten Arztbesuch bei Ihrer Kasse nachfragen, ob Ihre Karte noch aktuell ist.

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Welche Funktionen wird die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in Zukunft bringen?


In Zukunft sollen die Funtkionen der elektronischen Gesundheitskarte weiter ausgebaut werden. Die Speicherung von Notfalldaten, die bereits in einem Feldversuch erprobt wurde, ist wahrscheinlich die nächste kommende Funktion.

Die Einführung komplexerer Funktionen, wie etwa der elektronischen Patientenakte, wird sicher noch längere Zeit in Anspruch nehmen.

Was passiert, wenn ich keine gültige elektronische Gesundheitskarte zum Arztbesuch mitbringe?


Durch die gesetzlich verankerte Einführung des Versichertendatenmanagements (VSDM) soll vermieden werden, dass die Krankenkassen auf den Behandlungskosten nicht versicherter Patienten sitzen bleiben. Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) hat daher den Charakter eines Versicherungsnachweises.

Falls Sie beim Arztbesuch keine gültige Karte vorlegen können, kann der Arzt Sie selbstverständlich behandeln. Allerdings sind sie verpflichtet, den Versicherungsnachweis durch Vorlage einer gültigen Versicherungskarte innerhalb von 10 Tagen ab dem ersten Behandlungsdatum nachzuweisen.

Wird die Frist nicht eingehalten, ist der Arzt verpflichtet, Ihnen eine Rechnung zu schreiben, die Sie selber bezahlen müssen.

Nach heutigem Kenntnisstand kann der Versicherungsnachweis gegenüber dem Arzt nur noch per Versichertenkarte erbracht werden. Ein schriftlicher Nachweis der Krankenkasse (sog. Ersatzverfahren) über den bestehenden Versicherungsschutz wie in der Vergangenheit reicht nicht mehr aus.

Bitte denken Sie daran, dass die Ausstellung einer neuen Versichertenkarte viel länger dauern kann, als die Frist von 10 Tagen. Es ist daher in Ihrem Interesse, die Karte zu jedem Arztbesuch mitzubringen und sich zu überzeugen, dass diese aktuell ist (siehe „Welche elektronische Gesundheiskarte habe ich?“).

Sollten Sie nach Ablauf der Frist zahlungspflichtig geworden sein und es stellt sich im Nachhinein heraus, dass sie zum Behandlungszeitpunkt doch ordnungsgemäß versicherheit waren, sollte Sie sich an Ihre Kasse wenden mit der Frage, ob diese Ihnen die Arztrechnung nachträglich erstattet.

Wer bezahlt die Telematikinfrastruktur?


Die Einführung komplexer computergesteuerter Kommunikationssysteme ist nicht billig. Alleine die Ausgabe der elektronischen Versichertenkarten (eGK) hat bisher (Stand Ende 2017) die Krankenkassen schon 1,7 Milliarden Euro gekostet.

Die Installation und der Betrieb der notwendigen Geräte in den Praxen wird ebenfalls von den Kassen getragen. Allerdings müssen auch Internetanschlüsse, Netzwerke  und leistungsfähige Computer installiert sein, auf die die Telematikinfratruktur baut. Dafür muss jede Praxis selber bezahlen.

Quelle: Wikipedia

Elektronische Gesundheitskarte (eGK) Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

„G1“

Karte ist möglicher-

weise nicht mehr gültig. Bei der Krankenkasse nachfragen!

„G2“

Karte ist aktuell!

Kartenterminal Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia