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Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

 

Was ist FSME?


Die FSME ist eine schwere meldepflichtige entzündliche Erkrankung der Hirnhäute. Sie wird durch ein Virus ausgelöst.  Dieser gehört zur Familie der Flaviviridae.

Wo kommt FSME vor?


Die meisten Erkrankungen treten zwar in Österreich auf, aber das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa. Allerdings gibt es in jedem Land Gegenden in denen besonders viele Erkrankungen auftreten. In Deutschland sind das insbesondere Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz undThüringen. Dort treten Erkrankungen besonders häufig auf (Karte rot). Darüber hinaus werden aber auch aus anderen Gebieten mindestens Erkrankung gemeldet (Karte gelb). Da die Gefährdungslage über die Jahre schwanken kann, werden von der Ständigen Impfkommission immer wieder aktuelle Karten herausgegeben (aktuelle Stand 2009).  Saison für die Erkrankung ist April bis November.

Wie wird die FSME übertragen?


Der Virus befindet sich in der Speicheldrüse der Zecke und wird auf den Wirt beim Stich übertragen. Zecken leben auf Vögeln, Wild und kleinen Säugern wie Mäusen. Daher ist es besonders riskant durch hohes Gras, Gebüsch und an Waldrändern entlang zu streifen. Ebenso riskant ist es rohe, d.h. nicht hitzebehandelte Milch von Ziegen, Schafen und Kühen zu trinken. Sie kann ebenfalls das Virus enthalten. Oberhalb von 1000 Metern kommen Zecken nicht mehr vor.

Der Krankheitsverlauf


Viele Erkrankungen verlaufen ganz unbemerkt ab.  Bei bis zu 30% der Infizierten treten zwischen zwei und zwanzig Tagen nach der Infektion Symptome einer Grippe auf. Diese äußert sich in Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber. Nachdem das Fieber meist innerhalb einer Woche abklingt, kommt es wenige Tage später zu einem erneuten starken Fieberanstieg. Die Infektion der Hirnhäute geht mit den typischen Symptomen schwerer Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen bis zum Bewusstseinsverlust und neurologischen Ausfällen einher.

Selbst nach so schweren oft mehrmonatigen Krankheitsverläufen ist eine völlige Ausheilung der Erkrankung möglich. Bei 30% der Patienten bleiben aber schwere Defizite zurück: Lähmungen, Epilepsie, Gleichgewichtsstörungen sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Bis zu zwei Prozent der Erkrankten versterben an den Folgen der Erkrankung.

Entscheidend ist aber, dass es gegen die FSME keine ursächliche Behandlung gibt. Daher kommt der Vermeidung einer Infektion so große Bedeutung zu.

Wie kann ich meine Kinder schützen?


Die wichtigste Maßnahme ist die Vermeidung einer Infektion. Das bedeutet, dass man z.B. lange Hosen und Ärmel tragen sollte, um einen Zeckenbiss zu vermeiden. Kommt es doch zu einem Zeckenbiss, so sind die Zecken durch Herausdrehen aus der Haut schonend zu entfernen. Die früher empfohlene Erstickung durch Öl wird nicht mehr empfohlen, weil Zecken im Todeskampf besonders viel Speichel in die Wunde entlassen. Ein Zeckenstich sollte nach der Entfernung der Zecke desinfiziert werden.

Wo das nicht möglich ist, ist eine prophylaktische aktive Impfung mit einem FSME Impfstoff sinnvoll. Diese wird für Kinder ab sechs Jahren und für Erwachsene empfohlen entsprechend der Gefährdung.

Wichtig zu wissen ist, dass eine Immunisierung erst mit dem Abschluss der Grundimmunisierung besteht (zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen). Ein weitere Impfung erfolgt nach einem Jahr. Jeweils eine Auffrischimpfung ist nach drei Jahren erforderlich.

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Verbreitung der FSME zitiert nach RKI  Quelle: Wikipedia

Zecke  Quelle: Wikipedia

Fingerhut

Quelle: Wikipedia